Der Hamburg-Berlin VergleichIch war letzte Woche in Hamburg. Nichts Ungewöhnliches. Viele Berliner dürften in der letzten Woche in Hamburg gewesen sein. Vor allem Leute aus der linken Szene waren da. Einigen hat es so gut gefallen, dass sie es nicht mehr zurück nach Berlin geschafft haben, weshalb der 1. Mai in Kreuzberg relativ ruhig verlaufen ist, während man in Hamburg von erheblichem Sachschaden spricht. Eine Demonstration mit rund 1000 Neonazis wurde dadurch zwar nicht verhindert, aber immerhin gestört. In dieser Hinsicht ist Hamburg also gar nicht so anders als Berlin. Der Unterschied steckt im Detail. Die Stadt ist reicher und ihre Einwohner sind es auch. Autos, Häuser, Restaurants – man merkt, dass es immer noch Menschen in Deutschland gibt, die im Geld schwimmen. Nichts Ungewöhnliches. Was mich dann aber doch verblüfft und nachdenklich gestimmt hat: Selbst den Punks scheint es besser zu gehen. Auf dem ersten Blick eine typische Situation: In der U-Bahn sitzen am Vormittag alternativ gekleidete Punks auf dem Boden, unterhalten sich laut, lümmeln halt so rum. Daneben zwei Hunde. Mit Steuermarke. Der zweite Unterschied zum Kottbuser Tor: Die Wodkasorte. In Berlin beliebt sind in diesen Kreisen Rachmaninoff oder Gorbatschow. In Hamburg wurde eine Flasche Russian Standard weitergereicht, was, die Wodkafreunde werden es wissen, kein so schlechter Tropfen ist. Die WHO-Definition von Armut sagt: „Arm ist, wer weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens seines Heimatlandes zur Verfügung hat.“ In Hamburg reichts dann immer noch für teuren Wodka. P.S. Der Autor ist sich bewusst, dass nicht alle Punks in Hamburg Wodka trinken.
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