Berlin Berlin (1) - Schröder Reisen stürmt CassiopeiaSonntagnachmittag-Stimmung im Cassiopeia: Sonnenbadende räkeln sich in Liegestühlen, beobachten das Schauspiel der Kegel-Kletterer und stehen höchstens mal auf, um sich ein frisches Radler am Tresen zu holen. Die Sonne strahlt ins Gesicht, leise Gespräche bei geschlossenen Augen, Massive Attack plätschert gedämpft über die Lautsprecher, eine meditative Stille legt sich über die Sonnenschirme – Großstadtidylle in Reinstform. Wenn man die Augen lange genug geschlossen hält, gelingt es fast, sich im Geiste wegzubeamen aus der Revaler Straße, weg aus Friedrichshain, weg aus – bei aller Liebe – Berlin… Da sitze ich also, die Augen geschlossen, das Radlerglas in der Hand, steuere in Gedanken Sardiniens Felsküste an – und als ich mich dort gerade auf einem Stein niedergelassen habe, die Füße ins kristallklare Mittelmeerwasser tauche, die Meeresbrise um meine Nase weht… “Na, watt machta denn. HoppHopp! Weiter jeht’s. Naheer jib’s dann no’ unsan Kaltn Hund – der is’ janz köstleee!” …werde ich im Zeitraffer in meinen Liegestuhl in der Revaler Straße zurückkatapultiert. Das Schmetterorgan stammt von Jutta Hartmann, Reiseleiterin von Schröder Reisen, der Comedy-Stadttour von Ades Zabel. Sie trägt ein neonrosa Kleid, winkt mit einem neonrosa Schild und wird von drei Männern mit neonrosa Westen begleitet - der neonrosa Reisebus parkt vor dem Cassiopeia. Im Schlepptau: Eine Gruppe Touristen, die mit offenen Mündern vor dem Kletterkegel stehenbleiben und die Kameras zücken. Jutta Hartmann ist auf “Kalter-Hund”-Tour und weil es noch viel zu sehen gibt, hält sie resolut ihre Schäfchen beisammen. Teile der Reisegruppe wirken etwas fehl am Platz. Ehepaare um die 70 hoppeln unschlüssig der Dame in rosa hinterher – wussten sie nicht, worauf sie sich eingelassen haben oder sind sie nur benebelt von Kaltem Hund und Eierlikör? Eins ist jedenfalls klar: Als Jutta unter fröhlichem Gefrotzel die Gruppe in Richtung Bus vor sich her schiebt, ist Sardiniens Felsküste in unerreichbare Ferne gerückt. Aber das fällt nicht weiter auf, denn meine Freundin und ich halten uns immer noch die Bäuche vor Lachen und lassen die Augen jetzt offen. Wäre doch schade, wenn man was verpasst. Foto: Danzoubek
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