Schwaben im Prenzlauer BergBionade-Biedermeier gehörte zu meinen Lieblingswörtern des letzten Jahres. Unter anderem, da ich selbst gerne Bionade trinke. Bionade-Biedermeier war die Überschrift eines Artikels in der Zeit über den Prenzlauer Berg. Da ich da auch wohne, fühlte ich mich angesprochen. Ja, fast ertappt. Die Beschreibung des Bezirkes brachte den Strukturwandel der letzten Jahre auf den Punkt und bestärkte mich in der Erkenntnis: Es ist an der Zeit umzuziehen. Die alles entscheidende Frage, die sich Henning Sußebach stellte, war: “Können auch gute Menschen böse sein?” Sie können. Zumindest in den Augen derjenigen, die sich verdrängt fühlen von all den Menschen, die es sich leisten können gut zu sein. Nun sind rund um den Helmholtzplatz Plakate aufgetaucht. Sie machen die Schwaben verantwortlich für den kulturellen Niedergang des Bezirkes. Dabei steht Schwabe anscheinend für eine Lebenseinstellung, denn er wird mit den Attributen “spießig” und “überwachungswütig” beschrieben. Zu Recht? Oder müsste man sich frei nach Foucault fragen: “Sind wir nicht alle kleine Schwaben?”
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